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Im be back in 2020

23. September 2020. Vor gut zehn Jahren hatte ich meinen geliebten Heimatort, das Nordseeheilbad Büsum verlassen: Kein Job, keine Frau, die Kinder waren groß. Wohnung, Essen und Auto wollten bezahlt werden. Das damalige Harz IV reichte nicht mal für einen und mein Schamgefühl verbat es mir Mittags das Armen-Mal der "Tafel" anzunehmen. Ich war gesund, intelligent und so nutzte ich das Angebot eines Bekannten für eine zeitlang am Bodensee die nötigen Euronen zu verdienen. Aus "einer zeitlang" wurden satte zehn Jahre ohne Hafen, Deiche, Ebbe und Flut. Vorgestern erhielt ich eine Video-Mail aus einer Anwaltskanzlei, mit Sitz in meine ehemaligen Büsum. Die Bank zog inmitten der Wirtschafts- und Bankenkrise 2009-2012 aus und hinterlies nur einen High-Tec-Bankautomaten auf dem Hinterhof. Aus der Video-Mail der Kanzlei erfuhr ich von einem Todesfall eines entfernten Verwandten. Freud´ und Leid ist nah beieinander, dachte ich, denn es ging um eine Erbschaft...

Gegen Mittag rollte mein Zug gemachlich in den Büsumer Bahnhof. Bekannte und veränderte Orte glitten an der Fensterscheibe meines vollklimatisierten Abteils vorbei und weckten Erinnerungen. Das Gebäude der ehemaligen Berufsschule, 2010, als ich Büsum verlies, eine halbfertige Pleite-Baustellen-Ruine, war abgerissen. An seiner statt blickte man nun durch eine parkähnliche Anlage direkt auf das Fahrradgeschäft in der Heider Straße und in die "Mühle".

Das Bahnhofsgebäude hatte sich kaum verändert. Das damals privatisierte Reise-Service-Center hatte sich gehalten. Die beiden angestellten Service-Damen, die ich im Vorbeigehen erhaschen konnte, waren mir nicht bekannt. Vertraut die Taxen, die treu auf die Bahnreisenden warteten. Das zweite, ein Elektro-Mercedes der Z-Klasse, erst im Frühjahr auf der IAA vorgestellt, gehörte mir. Ich wies den Fahrer an mich durch den Hafen zu meinem Hotel zu fahren. Wir kamen schnell ins Gespräch. Noch bevor wir am ALDI-Markt, der scheinbar schon wieder neu gebaut hatte, auf die Umgehungsstraße bogen, erfuhr ich, das er Student für Ozeanic sei, in Büsum studierte und sich mit dem Taxi-Job das Schulgeld verdiente. Gleich hinter dem FTZ und marieCube zeigte er mir das Universitätsgelände, dessen größter Bereich zur UNI Kiel und einige kleinere Abteilungen, Förderern aus dem Ausland gehörte.

Auf der rechten Seite passierten wir eine Indoor-Erlebniswelt, wo Familien artig Schlange standen, um hereingelassen zu werden. Das markant blaustrahlende Gebäude der "Sturmfluterlebniswelt Blanker Hans", die 2012 die Bahn gegen einen 3-D-Simulator ausgetauscht hatte und sich dank der sich hier ansiedelnden anderen Freizeitbetriebe vor 5 Jahren gänzlich saniert hatte, lockte Besucher. Vor dem ECOMARES die "Meereswelten". Hier waren die ersten "Weißen Haie" in Gefangenschaft in einem riesigen Außenbecken zu bewundern, weltweit einmalig, erfuhr ich von meinem Chauffeur. Übrigens wurden beide Exemplare vor Helgoland gefischt. Laut Wissenschaftler waren es die ersten Vorläufer, die aufgrund des Klimawandels und der Erwärmung der Meere, neue Lebensräume suchten

Die alten Werftgebäude waren verschwunden. Moderne Produktions- und Forschungsstätten für erneuerbare Energien, Wind-, Solar- und Gezeitenenergieanlagen wurden hier nun entwickelt, produziert und direkt von Büsum in die ganze Welt verschifft.

Wir stoppten. Vom Fähranleger an der Schleuse liesen wir der Kolonne der Fahrgäste der 2019 neuen See-Linie Büsum-Helgoland-Dover den Vorrang. Ich bewunderte derweil die schicke Marina, die hier, durch das Verkürzen des Seglerhafenbeckens entstanden ist und Jachten aus der ganzen Welt anlockt. Eine angeschlossener Hotelkomplex war noch im Rohbau, ebenso wie der neue Strandabschnitt am Ostdeich. Die Kläranlage wurde schon vor fünf Jahren durch eine neue Technologie abgelöst.

Weiter geht´s vorbei am 5-Sterne-Wohnmobilplatz, vertrautem wie der Jugendherberge. Der Bereich vor dem Fischgeschäft im Hafen war inzwischen für Fahrzeuge gesperrt, kleine Bistros, Studentencafés, Bars, Kneipen, eine Großraumdisco, Copy-Shops und eine E-Book-Bücherei haben sich hier zu einem Studentviertel gemausert, indem reges Treiben junger Menschen das Straßenbild beherrschte.

Am Ankerplatz verließ ich mein Taxi. Vor den Helgolandanlegern gönne ich mir ein Burgunderbratenbrötchen in der Open-Air-Gastro-Welt. Unter den mit Reetdächern geschützten Holzbänken rund um die Persil-Uhr, die immer noch 12.00 Uhr anzeigt, nehme ich Platz. Betrieben wird dieses für mich neue Terrain scheinbar von den umliegenden Gastronomen. Das Gesicht der Lady an der Cocktailbar kam mir eben so bekannt vor, wie der Herr am Schwenkgrill oder die Leute am Bier- und Weinausschank oder den Koch an der offenen Gourmetküche. Der nostalgisch wirkende Krabben-Express tuckerte,  vortrefflich in das Ambiente dieses Terrains passend, zu seiner Haltestelle.

Das Erdgeschoss des 2010 noch leerstehende Ankerplatz No. 1 teilten sich nun drei Gastwirtschaften und der Eingang zum im 1. Stock ansässigem Kino. Es lief "Sturmflut", wie sollte es auch anders sein - manche Dinge ändern sich niemals. Allerdings in der neuen überarbeiteten 3-D-Version. Wie ich erfuhr erhielt man auf das Kinoticket 1,- EUR Preisnachlass, wenn man eine tagesaktuelle "Blanker Hans"-Eintrittskarte vorlegen konnte.

Gerade auf Höhe meine Lieblings-Imbisses, stieß ich wiederum auf ein verkürztes Hafenbecken. Der Museumshafen war gut und gerne halbiert und ringsherum mit Licht und ansprechender Architektur aufgewertet worden. Auf der gewonnenen Fläche ist ein mit Bäumen begrünter Park entstanden. Die V-förmig angelegten aus rustikalem Holz gezimmerten Bänke wiesen auf eine "Veranstaltungsmuschel" vor der Freitreppe und dem Strandaufgang. Die gute alte Kurkapelle spielte gerade "Die kleine Nachtmusik". Plakate wiesen auf die Wochenendveranstaltungen mit "Lotto King Karl" und "Lady Gaga" hin. Das Gebäude des Vitamaris war "mehrschichtig". Im vordern Erdgeschoss war eine Ladenzeile mit Blick zum Promenadenweg rund um den "Hafenpark". Im Hinteren Erdgeschoss und in einem Teil des 1. Stocks war das Wellnesszentrum eine privaten Betreibers. Der Rest des Gebäudes, mit gut zwei Stockwerken mehr, war ein Hotelkomplex.

Ich kaufte mir die aktuelle Ausgabe der "Büsumer Neuigkeiten", der Ortstageszeitung des Büsumer Verlags, um noch ein wenig mehr über das neue Büsum zu erfahen. Der Wochenmarkt war wie eh und je am Dienstag und Freitag, jedoch nun um den Rathauspark und in Teilen der Fußgängerzone im Zentrum. Der Schulkomplex an der Neocorusschule im Neuen Weg behergerbte nun Grund- und Realschule und das Nordseegymnasium hatte am Samstag "tag der offenen Tür". Angeschlossen sind die offene Ganztagsschule, das Jugendzentrum und Schulungseinheit für Schüler mit körperlichem und geistigem Handycap. In dem Gebäude der "Neuen Mensa", ehemals die kleine Turnhalle, referierte der Leiter der UNI Büsum über die Möglichkeiten und Studiengänge hier vor Ort.

Ich ging über den Deich und spazierte bis zu meinem Termin auf der 5 m breiten Promenade auf der Deichkrone. 2013 wurde der Büsumer Deich verstärkt und erhielt ein neues Profil und touristsich interessante Accesoirs. Stufenförmige Deichterrassen, mit Licht unterstrichene Ruhezonen, viel Holz und moderne Architektur machten den Deich nicht nur sicherer, sondern auch zum schönsten Deich an der gesamten Nordseeküste. Selbst ist große Flut im Herbst 2015 konnte der "dicken grünen Dame" vor Büsum nichts anhaben. Sicher hielt sie stand und schützte Leben und Material zum Landesinneren vor der aufgewülten und tobenden See. In einer der drei Nordsee-Longes, kleinen Strandbars direkt vor dem Watt, gönnte ich mir einen erfrischenden Cocktail - so sollte Strandgastronomie aussehen. Altersmäßig war hier alles vetreten. Da waren natürlich die Studenten, die jungen Familien, die hier ihren Urlaub verbrachten, Senoioren und Senoritas. Gäste aus Dänemark, Norwegen und England konnte ich ebenso ausmachen wie das gute alte Klientel aus Nordrhein-Westfalen.

Da mein Termin beim Anwalt näher rückte, konnte ich mir den Sandstrand nicht in "echt" anschauen. Ich hollte das 20"-Foliendisplay aus meiner Jackeninnentasche, rollte es aus, verband es via Bluetooth mit dem Nanorechner in meinem Freisprechhandy, lockte mich über den ortsabdeckenden Hotspot ins Internet und steuerte per Softtouch Google-Life-Earth an. Binnen Sekunden hatte ich ein gestochen scharfes Echtzeit- und Bewegt-Satelitenbild auf dem ultradünnen und flexiblem Display. In der Dünenlandschaft tummelten sich die sonnenhungrigen Gäste. Da aus rechtlichen Gründen der Google-Satelit nicht näher als 300 m an lebenden Menschen heranzoomen kann, blieb mir ein Blick auf die sonnengebräunten Körper versagt. Der schwimmende Strandbarkomplex schien ebenso gut besucht zu sein wie die Surfbucht.

-Wird fortgesetzt....








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